Das unser deutsches Bildungssystem längst marode, überaltet und diskrimierend ist liegt auf der Hand. Jeder hat sicherlich schon seine eigenen Probleme mit dem deutschen Bildungssystem gehabt und deshalb ist es mir nicht verständlich, wieso das System immernoch nicht reformiert wurde.
Wir haben in fast allen OECD Staaten ein einheitliches Bildungssystem ohne die Selektion nach der 4. Klasse.
Die Selektion ist ein deutsches Phänomen, so wird in Deutschland auf Empfehlung des Klassenlehrers/in nach der 4. Klasse selektiertwerden. Das heißt, dass Kinder auf die Haupt-, Real-, Gesamtschulen oder Gymnasien verteilt. Nach der 4. Klasse sind die Kinder in der Regel erst 10 Jahre jung, ein Alter in dem kein Mensch über die Zukunft dieser Kinder entscheiden kann.
Wir wissen aus der Forschung, dass sich Kinder unterschiedlich schnell entwickeln. Daraus resultiert, dass den sich nicht so schnell entwickelnden Kindern, so genannte Spätzünder, die Zukunft verbaut wird. Denn ist man einmal in das System integriert ist sehr schwierig aus eigener Kraft herauszugelangen. Kinder die im schlimmsten Fall auf eine Hauptschule kommen haben sehr geringe Chancen später ihr Abitur oder Fachabitur zu erlangen. Kinder die hingegen auf ein Gymnasium geschickt werden, können dem mittlerweile starken Druck oft nicht standhalten. Erschwerend ist die Einfuhr der Kopfnoten, diese sollen das soziale Verhalten der Schüler beurteilen und dienen der freien Wirtschaft die sozialen Kompetenzen einzelner Absolventen zu beurteilen. Jedoch ist es lächerlich zu behaupten, dass die 3 Noten Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit und Sozialverhalten genug über die Persönlichkeit eines Absolventen aussagen. Die Menschen werden einfach nur katagolisiert und hin und hergeschoben. Dier persönlichen und identitätsträchtigen Fähigkeiten einzelner Menschen werden kurzum wegrationalisiert. Dies führt zu einer weiteren Unterteilung der Menschen, welche sich nach meinem Weltbild und meiner Ansicht nach, rein diskriminierend ist. Was ist denn, wenn ein Schüler/in aufgrund von persönlichen Differenzen mit den Lehrkörpern schlechte Kopfnoten bekommt?
Ein weiteres schweres Manko dieses Systems der Differenzierung von Menschen ist der offenkundige Rassismus, den ich schonmal angesprochen ahbe, viele Studien belelgen, dass Kinder aus prekären Lebensverhältnissen oder aus Migrantenfamilien überdurchschnittlich hoch in einen niedrigeren Bildungssektor “abgeschoben” werden. Die UN bezeichnete auch das deutsche Schulsystem in einer ihrer Studien als diskriminierend. Sehr lesenswert hierzu ist ein ausführlicher Wikipedia Artikel über die Bildungsbenachteiligung in Deutschland.
Ebenfalls erdrückend sind die letzten Zahlen die eine OECD Studie veröffentlich hat, die Zahlen stammen aus dem Jahr 2006 und belegen, dass die Bundesrepublik Deutschland 4.6% ihres Bruttoinlandsprodukt für die Bildung ausgibt. Das Ziel der Regierung jedoch war bis 2015 10% des BIP in Bildung zu investieren. An diesem Ziel sind wir bisher mächtig vorbeigeschrabbt.
Wir sehen also, dass sich dringend und zwangsweise etwas an unserem Schulsystem ändern muss. Ich hoffe die Länder überwinden ihre Kompetenstreitigkeiten mit dem Bund und schaffen es ein einheitliches und gerechtes Schulsystem aufzubauen. In anderen Ländern klappt es auch, wieso dann nicht bei uns?
auch ich werde mich nun in das Geschäft des Bloggens begeben.
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Deniz Schumacher