Welche Strategie verbirgt sich eigentlich hinter Merkels Wahlkampf?! Ich glaube das fragen sich zur Zeit nicht nur die Anhänger des liberalen und linken Lagers, sondern auch die eigenen Parteifreunde der Parteibasis. Ich selbst habe mir auch einige Gedanken darüber gemacht, wieso es in einer solchen wichtigen Zeit, sprich in der Zeit der schlimmsten Wirtschaftskrise nach dem zweiten Weltkrieg, ein solch lustloser, defensiver und nicht überzeugender Wahlkampf von der Bundeskanzlerin geführt wird. Wir leben gerade in einer Periode in der es wichtig ist Kompetenz und Überzeugungskraft zu vermitteln. Konkrete Fakten anstelle von daher geschleuderten Aussagen sollten doch ein Mindestmaß für einen erfolgreichen Wahlkampf sein bzw. für eine Führungsperson. Also habe ich mir einige Möglichkeiten für diese Art der Strategie überlegt:
- Merkel fehlt es an Substanz und die letzte Legislaturperiode hat stark an ihren Kräften gezerrt, möchte es jedoch nicht zugeben und spielt weiterhin die starke Persönlichkeit, obwohl es ihr an Kraft fehlt. Da sie dies nicht eingestehen möchte, führt sie zwar einen Wahlkampf, aber er wirkt nicht gerade, wie der von einer Person die nur vor Energie strotzt. Sollte dies wirklich der Fall sein, sollte sich die Kanzlerin wirklich überlegen, ob sie weiterhin die anspruchsvolle Aufgabe der Führung von einer der größten Volkswirtschaften der Welt wahrnehmen möchte.
- Merkel gehört insgeheim zu dem linken Flügel der Union, möchte aber nicht, dass es zu Interessenskonflikten in der Parteiführung und der Basis kommt und verhält sich deswegen sehr defensiv und würde sich für die Bundesrepublik eine rot-grüne Koalition wünschen. Immerhin geht sie nur halbherzig auf die Forderungen der angeblich gewünschten liberalen Koalitionäre ein. Sie gibt zwar marktradikale Aussagen von sich, ist dabei aber so überzeugend wie ein 8. Klässler , der einem Finanzexperten, die internationalen monetären Ströme erklären will.
- Merkel ist weiterhin auf eine große Koalition bedacht (meiner Meinung nach das realistischste Szenario). Sie weiß, dass sie nur in einer großen Koalition gewünschte Reformen durchsetzen kann, wird aber dann auf marktradikale und umweltzerstörende (Atomkraft) Wahlversprechen verzichten müssen, kann sicher ab sicher sein einen regierungserfahrenen Partner zu haben. Denn immerhin hat die große Koalition in den letzten vier Jahren nicht so viel Mist gemacht.
- Dieser Punkt setzt an Punkt (3) an. Merkel hat Angst vor einer linkssozialen Opposition. Würde sie mit schwarz-gelb regieren, wäre die Mehrheit nur sehr knapp und rot-rot-grün wären in der Opposition vereint und überaus mächtig. Was zu einem Stimmenproblem werden könnte, denn es soll auch bei den Unionsabgeordneten den ein oder anderen Linken geben. Hinzu würde kommen, dass sich die SPD in der Opposition neu positionieren könnte und erheblich an Kraft gewinnen würde. Die CDU hat sich nach ihrer Oppositionszeit ebenfalls stark rehabilitiert. Zu sehen an dem knappen Wahlergebnis von 2002 und das Faktum, dass die CDU im Jahre 2005 wieder stärkste Kraft wurde.
- Merkel ist größenwahnsinnig und ruht sich auf ihren Lorbeeren aus. Kann keine Kritik vertragen und denkt, sie würde den Wahlkampf im Schlaf schaukeln. Übrigends hat die Bundeskanzlerin den CDU Bundesparteitag kurz nach der Bundestagswahl gestrichen. Somit kann die Basis nach dem Ausgang der Wahl keine direkte Kritik an ihr üben.
auch ich werde mich nun in das Geschäft des Bloggens begeben.
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Deniz Schumacher