wie ihr in den letzten Tagen sicherlich mitbekommen habt, kam es im Zuge des Bildungsstreiks in ganz Deutschland und Europa zu zahlreichen Protestaktionen diverser Hochschulen. Diese Protestaktionen bezeichne ich auch direkt als Bewegung, denn die Zahl von über 50 besetzten Hochschulen in ganz Europa und anderen Teilen der Welt zeigt, dass es nicht nur einige wenige sind, sondern eine immer breiter werdende Masse an StudentenInnen, SchülerInnen, HochschullehrerInnen usw. usf. Diese Protestaktionen orientieren sich an der Besetzung der größten Hörsäle, so genannter Audimaxe, um den Verantwortlichen zu zeigen, dass wir, die Studiereden es mit unserer Bildung ernst nehmen und nun aktiv zum Protest übergangen sind. Es ist nicht mehr länger zu vertreten und zu verantworten, dass unser Bildungssystem durchgehend und kategorisch weiter ausgeschlachtet und einer Ökonomisierung unterworfen wird. Das heißt im Konkreten, dass wir uns nicht länger damit abfinden wollen, für unsere BILDUNG zu ZAHLEN, in zu großen Gruppen gelehrt werden, keine Zeit für vernünftige Forschung besteht, Hochschulen durch die Exzellenzauszeichnung in einen Wettbewerb miteinander geschickt werden, in denen die sozialen Kompetenzen in den Hintergrund und die kapitalschöpfenden Leistungsorientierungen in den Vordergrund gerückt werden, den Studenten die Autonomie ihres Studiums genommen wird, in dem sie zu Pflichtveranstaltungen gezwungen werden und der Gipfel dieser Perversion ist, dass die Studenten nebenbei irgendwie arbeiten müssen um das mittlerweile überteuerte Studium finanzieren zu können, meistens werden diese Studenten von Betrieben durch Hungerlöhne und anderen Auswüchsen eines zu deregeulierten Kapitalismus ausgebeutet. Diese Liste lässt sich noch weiter fortsetzen, wie ihr auch in den Forderungen der Studierenden der Universität Duisburg-Essen lesen könnt.
Ich bin auch nicht gewillt einen ellenlangen Text zu verfassen, sondern euch nur eine kleine Übersicht dessen verschaffen um was es eigentlich bei den Hochschulbesetzungen geht und ich glaube es kann niemand abstreiten, dass es ihn nicht betrifft, denn jeder ist selber in den Kontakt unseres unsozialen Bildungssystems gekommen und wird merken, wenn er sich Gedanken darüber macht, dass es einer enormen Reform bedarf. Damit meine ich keiner Reform in kleinen Punkten, sondern um die Änderung und Umgestaltung des Systems an sich. Auf Grund dessen muss die Systemfrage gestellt werden, ob wir weiterhin mit diesem System weiterleben wollen und vor allem können. Wie lange wir es noch verantworten können, dass Studenten verschuldet oder ausgebrannt von der Hochschule gehen und wie unsere Gesellschaft diese Missstände tragen kann.
Deshalb fordere ich euch auf bzw. bitte euch, lasst es durch eure Köpfe gehen und solidarisiert euch mit uns. Wir haben in den letzten Tagen eine große Anzahl von Solidaritätsbekundungen bekommen und sind gewillt den Kampf weiter zu führen, auch wenn wir in der nächst geraumen Zeit dazu aufgefordert werden, den Hörsaal der Hochschule wieder freizugeben. Wir haben nun nach den Demonstrationen der letzten Jahre gezeigt, dass es uns wirklich wichtig und ernst mit dieser Sache ist. Deswegen wird es nötig sein durch nächste gezielte Aktionen nicht nur auf diese Miesere aufmerksam zu machen sondern sie aktiv weiterhin zu bekämpfen.
Solidarische Grüße
Deniz
P.S Obwohl ich hier im Plural schreibe, vertrete ich nicht offiziell die Meinung einer Gruppe oder Bewegung, sondern meine Meinung, wo ich mir jedoch sicher bin, dass meine Aussagen auf eine breite positive Resonanz stoßen würden.
auch ich werde mich nun in das Geschäft des Bloggens begeben.
In diesem Blog werden hauptsächlich Themen
aus Wirtschaft, Gesellschaft,
Politik und andere Interessensbereiche kommentiert. Falls es Anregungen,
Kritikpunkte und Diskussionsbedarf
geben sollte, bitte ich euch mich
unter meiner Email Adresse
zu kontaktieren, ich werde dann eure Kommentare oder ähnliches beantworten und auf dieser Seite unter dem jeweiligen Eintrag veröffentlichen. Ich freue mich auf eure Kommentare
Deniz Schumacher